Zwischen Tasse und Teamgeist

Zurück von einer Moderation.

Zwei volle Tage, fünfzehn Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen und Arbeitsfeldern. Ein großer Träger, viele Perspektiven – und das gemeinsame Ziel einer Arbeitsgruppe, sich gemeinsam auszurichten. Im Mittelpunkt stand nicht nur der Austausch, sondern die Entwicklung einer gemeinsamen Vision, klarer Ziele und konkreter Maßnahmen.

Spürbar wurde dabei: Orientierung entsteht nicht durch einen schönen Satz, den man am Ende auf eine Tasse schreibt, sondern durch das gemeinsame Arbeiten.

Ich habe dabei mit der Methode 1-2-4-All gearbeitet. Eine meiner Lieblingstechniken übrigens, weil sie jede Stimme einbezieht – auch die der leiseren Teilnehmer*innen. Erst denkt jede*r für sich, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle zusammen. So entsteht aus vielen Gedanken ein gemeinsames Bild, das trägt.

In Organisationen wirken immer mehrere Ebenen zugleich:

  • die formale, in der Strukturen und Prozesse geregelt sind,

  • die informelle, in der Beziehungen und Routinen ihren Platz haben,

  • und die Schauseite, auf der das Bild nach außen gestaltet wird – und ja, das können auch Tassensprüche sein.

Diese Unterscheidung – ursprünglich bei Niklas Luhmann, später von Stefan Kühl und Judith Muster weitergeführt (u. a. in „Organisationen – Eine sehr kurze Einführung“, 2023) – hilft, Dynamiken realistisch zu sehen.

Eine gemeinsame Ausrichtung wirkt nur dann, wenn sie diese Ebenen miteinander verbindet. Wenn die schönen Worte nicht nur auf der Schauseite glänzen, sondern im formal geregelten Alltag Orientierung geben und in der informellen Zusammenarbeit gelebt werden.

Und genau deshalb ist der Prozess oft genauso wichtig wie das Ergebnis.

In der gemeinsamen Arbeit an Vision und Zielen entsteht das, was wirklich trägt: Verständnis, Verbindung und Verantwortung füreinander. Die Gruppe ist noch nicht am Ende dieses Weges. Aber sie hat ein gemeinsames Verständnis geschaffen – die Grundlage für die weitere Schärfung der Ziele und eine agile, lebendige Weiterarbeit.

Am Ende bleibt vielleicht (noch) kein Spruch für die Tasse, aber ein Fundament, auf dem sich gut weiterbauen lässt. ☕️

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